Zwei Wochen Winter

Heute ein paar spannende Ankündigungen, denn rund um Jannis' Life wird sich einiges ändern!

Zurück nach Deutschland

Vor genau zwei Wochen bin ich aus dem sonnigen Marokko ins kalte Deutschland zurückgekehrt. Schon zwei Wochen ist das her? In letzter Zeit habe ich das Gefühl, die Zeit rast. Im positiven Sinne. Ich habe einfach keine Minute Langeweile.

In der Nacht auf Donnerstag, haben mich meine Eltern am Flughafen abgeholt. Sie wollten mir das Einleben zu Hause so leicht wie möglich machen. Meine Mutter empfing mich mit Blumenkette und mein Vater hat bereits meine Nepal-Souveniers in meinem Dschungelzimmer aufgebaut. Die hatte ich ihnen aus Gewichtsgründen bei ihrem Besuch in Marokko mitgegeben.
Beim Aussteigen aus dem Flieger hatte ich das Gefühl, vor eine Wand aus Kälte zu laufen. Uargs, unangenehm.

Ein neues Jahrzehnt

Freitag hatte ich dann auch schon Geburtstag. 20. Komisch, kein Teenager mehr. Muss ich jetzt plötzlich ganz seriös und ernst werden?
Die Party mit meinen Freunden hat richtig gut getan. Es war fantastisch, nach so langer Zeit mal alle wiederzusehen. Viele von ihnen habe ich seit meinem Abi und dem Aufbruch zu meiner Nordkap Tramptour nichtmehr zu Gesicht bekommen. Bei Bierpong, Flip Cup und ich-hab-noch-nie, herrschte eine ausgelassene Stimmung. Allerdings war schon eine kleine Veränderung zu spüren. Während meiner Gymnasialzeit habe ich einige Partys mit meinen Freunden gefeiert: wild, ausgelassen und laut. Es hat nie lange gedauert, bis die ersten auf den Tischen getanzt haben und irgendwas ist immer zu Bruch gegangen. Das gehörte eben dazu.
Jetzt wurde mehr gequatscht und viel gesessen. Zum einen liegt das sicher daran, dass nicht nur ich die anderen, sondern wir uns alle lange nichtmehr gesehen haben. Nach dem Abi sind viele zum Studieren oder für die Ausbildung weggezogen. Da gibt es viel zu erzählen.
Zum anderen, habe ich das Gefühl, dass einige auch tatsächlich das Gefühl haben, jetzt nach der Schule im "Ernst des Lebens" angekommen zu sein und eben seriöser wirken zu müssen.

Die heiße Phase beginnt

Am Wochenende habe ich dann richtig ausgekostet, wieder mit meiner großen Gitarre vereint zu sein. Das heißt, wenn ich grade keine Gastartikel geschrieben oder Interviews gegeben habe. So langsam werde ich echt nervös. Nicht mehr lange bis zur großen Kinotour. 40 Kinosäle füllen ist nochmal eine ganz andere Nummer, als eine einzelne Veranstaltung.
Zum runter kommen musste ich mich zwischen durch einfach mal ein paar Stunden mit meiner neuen Hängematte in den Wald hängen. Inzwischen genieße ich die Kälte sogar. Es ist gar nicht verkehrt, nochmal zwei Wochen Winter abzubekommen, um den Biorhythmus wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Wenn ich morgens das Haus verlasse duftet die ganze Straße nach Holzfeuer. Die Luft ist klar und kalt. Ich bin total in Weihnachtsstimmung.

Für das Kino wollte ich den Film-Sound auch nochmal etwas überarbeiten. Vieles, was auf kleinen Boxen gut klingt, matscht im großen Kinosaal durcheinander. Hierzu bin ich am Montag nach der Party mal wieder zu Frank Heim nach Essen gefahren. Für seine Band Saltatio Mortis schneidet er unter anderem die Tourvideos, daher ist er der absolute Profi in Sachen Tonnachbearbeitung. Er hat sich netterweise die Zeit genommen, den Film nochmal komplett mit mir durchzugehen und den Sound anzupassen.

Ein letzter Check auf den guten Boxen im Heimstudio: alles passt. Raus mit dem Film an ATMS-Films, die daraus das DCP (Digital Cinema Package) zur Wiedergabe im Kino erstellen.

Und ab in den Flieger nach Berlin!

Nach Berlin geht es für mich aus zwei Gründen:
Zur ITB
und zur Campixx.

Ich bin praktischerweise super leicht, nur mit meinem Heimplanet Monolith Daypack (22 Liter) unterwegs. Ich weiß noch nicht, wo ich schlafen werde. Durch mein leichtes Gepäck muss ich das aber auch nicht. Ich merke den Rucksack kaum. Ich kann ihn tagsüber einfach mit mir rumtragen und abends spontan schauen, wo ich bleibe. Ein kleines, urbanes Abenteuer.

Den ersten Abend übernachte ich auf der Couch eines Kumpels aus Schulzeiten. Nach dem Abi ist er für seine Ausbildung zum Bankkaufmann nach Berlin gezogen. Klingt auf den ersten Blick nach dem krassesten vorstellbaren Gegensatz zu mir, aber ich habe großen Respekt gegenüber seiner Entscheidung. Er hat eine Freundin, die er sehr liebt und mit der er zusammenziehen möchte, sobald sie mit der Schule fertig ist. Deshalb möchte er schnell auf eigenen Beinen stehen und ein sicheres Einkommen haben.
Er wirkt ruhig und ausgeglichen. Es scheint ihm an nichts zu fehlen. Eine keine Erinnerung für mich, dass es keinen richtigen oder falschen Lebensweg gibt.

ITB

Am nächsten Tag ging es auf zur Messe. Die war eigentlich genau wie letztes Jahr, wobei ich dieses Jahr nicht ganz so voller Tatendrang war. Ich habe mit vielen Leuten gequatscht, wusste aber gleichzeitig auch, dass ich in den nächsten Monaten durch meine Kinotour kaum Zeit für Kooperationen haben werde. Immerhin habe ich viele bekannte und befreundete Blogger-Kollegen und Digital Nomads wiedergetroffen und auch neue Leute kennengelernt, die ich vorher nur als Namen auf dem Bildschirm kannte. Ich freue mich immer sehr, Menschen persönlich zu treffen.
Nach der Messe sollte noch ein Barcamp zum Thema "Zukunft des Reisens" stattfinden, ein spannendes Thema! Um die ITB rum gibt es jedoch so viele konkurrierende Veranstaltungen, dass kaum jemand dort war.

Sponsor des Events war Kayak.de und die haben sich nicht Lumpen lassen. Es wurden Shuttles für den ganzen Abend angemietet, von denen mich eins nach der Veranstaltung quer durch Berlin zur Campixx gebracht hat. Großes Glück, denn die fand etwas außerhalb statt.

Campixx

Hier war ich eingeladen am nächsten Tag eine Rede über meine Filmproduktion zu halten. Aufmerksam geworden auf mich ist die Campixx über meinen Gastbeitrag für LetsSeeWhatWorks. Darüber bin ich echt froh. Die Veranstaltung war echt super cool!
Schon bei meiner Ankunft, nachts um 12, habe ich gemerkt, was für ein hammermäßiger Spirit hier herrschte. Wie der Veranstalter es beschreibt: "Klassenfahrtfeeling". Dadurch, dass die Campixx etwas außerhalb stattfindet, schläft der Großteil der Teilnehmer auch in dem Hotel, in dem das Event stattfindet. So wird noch bis spät abends bei Bier zusammengesessen, statt das sich alles gleich nach den Vorträgen zerstreut.

Jetzt hatte ich jedoch ein Problem:
Die Campixx hat sich zwar netterweise bereiterklärt, meine Reisekosten zu tragen, jedoch war das Hotel dank der ITB, wie auch alle umliegenden Hotels restlos ausgebucht.

Ich habe riesiges Glück, dass eine Stunde später jemand bei der Rezeption anruft, der versehentlich zwei Zimmer gebucht hat, aber nur eins braucht. Da ich nur mit ganz leichtem Gepäck unterwegs bin habe ich keinen Schlafsack dabei und es ist arschkalt in Berlin.
Das frei werdende Zimmer ist die Businesss Suit. So schnell wird man also zum Flashpacker.

Am nächsten Morgen dann mein Vortrag, unter dem selben Titel, wie mein Gastbeitrag für LetsSeeWhatWorks: Fuck Hollywood - Wie ich meinen No-Budget-Film in die Kinos gebracht habe... und wie du das auch kannst.
Ich bin häufig spät dran mit Vorbereitungen und brauche einen gewissen Druck zum produktiven Arbeiten. So habe ich auch meine Keynote erst in der Nacht vor der Rede erstellt.
Das scheint keiner zu merken. Der Raum ist bis auf wenige Stühle komplett gefüllt. Das Feedback zum Vortrag ist überwältigend. Ich bin echt froh, dass mein Vortrag so gut angekommen ist, denn ich habe vor, ihn noch öfter zu halten. Wenn ihr ein cooles Event kennt, wo ihr meint, das würde passen, schreibt mich gerne an!

Nach dem Vortrag habe ich noch ein paar Interviewanfragen bekommen. Ines hat super coole Sketchnotes von meinem Vortrag erstellt:

Einige Teilnehmer waren so neugierig auf den Film, dass sie mir noch für den selben Abend einen Saal mit Leinwand organisiert, und etwas Reklame für mich gemacht haben.

Eine weitere Nacht verbringe ich im Hotel. Am nächsten Morgen geht es wieder auf die Messe zum Bloggerspeeddating, bei dem ich interessante Kontakte zu einigen Firmen knüpfe. Durch den Berg aus Visitenkarten, den ich von der ITB mit nach Hause gebracht habe, habe ich mich leider immer noch nicht ganz durchgewühlt.

Auch von der ITB mitgebracht habe ich einen Packen meiner Postkarten, die VIA für mich auf diversen Reisemessen verteilt:

Vor meinem Rückflug verbringe ich noch eine Nacht bei Ralf, den ich schon häufiger in Berlin besucht habe.
Was ich an ihm sehr schätze, ist seine offene Art. Er ist nicht die Art von Person, mit der man Smalltalk hält. Er macht sich genau wie ich viele Gedanken rund ums Glücklichsein und den Sinn des Lebens. Wie ihr sicher in den Vipassana Artikeln gemerkt habt, habe ich kein Problem damit, offen über diese Themen zu reden, doch viele Menschen reagieren beschämt, wenn man persönliche Empfindungen und Gedankengänge anspricht. Nicht so Ralf. Meine Gedanken offen vor jemandem aussprechen zu können und auch kritische Rückfragen zu bekommen, bringt mich enorm weiter.

Feiern im gewohnten Umfeld

Zurück in Leverkusen geht es für mich erstmal ab ins Shadow, die Alternativ-Disco in die ich gehe, seit ich 16 bin und dich ich bereits in meinem Video "Ein Tag in meinem Leben zu Hause" erwähne. Von meiner eigenen Geburtstagsfeier abgesehen, die erste Party auf die ich gehe, seit ich zurück in Deutschland bin. Ich genieße die Atmosphäre sehr! In Marokko hatte ich ein merkwürdiges Gefühl, beim Feiern. Jede Party ist ein Mix aus verschiedensten Emotionen in einem Raum,von Liebe bis Hass. Nun küssen sich Marokkaner jedoch nicht in der Öffentlichkeit und halten auch nicht Händchen mit jemandem vom anderen Geschlecht. Kurz: Zeichen der Zuneigung fehlen. Sich anzuschreien und Zeichen des Hasses auszutauschen scheint jedoch nicht verpönt zu sein, was mir das Gefühl einer aggressiven Grundstimmung vermittelt hat.
Ganz anders hier in Leverkusen. Ausgelassen tanzen die Leute, küssen ihren Freund, ihre Freundin oder die Eroberung des Abends. Es wird gelacht, gekuschelt und geredet. Die Atmosphäre ist fantastisch. Jeder hier will einfach ein gute Zeit haben. Das ist einfach ein ansteckendes Gefühl.

So, nun aber zur versprochenen Ankündigung:

Wie ihr sicher schon wisst, bin ich in Nepal in Sachen Motorradfahren auf den Geschmack gekommen. Samstag bin ich für einen Schnupperkurs in der Bikers School im Münsterland eingeladen, wo ich im Juni meinen Motorradführerschein machen werde.

Und das werde ich zum Anlass nehmen, mit dem Vloggen anzufangen. Ihr habt richtig gelesen! In Zukunft wird es mehr Videos geben!
Wie bei allem, was ich neu mache, wird auch das ein Lernprozess sein, daher freue ich mich sehr auf euer Feedback zu meinen ersten Vlogs, die nächste Woche online gehen werden!

Tourstart: Drei Monate Kinotour

Montag den 21. März startet dann ja auch schon meine Kinotour mit meinem Film Hyperborea, mit Auftakt in Düsseldorf. In den nächsten drei Monaten wird der Film dann in fast 40 deutschen Städten zu sehen sein! Sichert euch am besten gleich eure Tickets durch den Klick auf "Tickets kaufen" bei der entsprechenden Veranstaltung. Riesig freuen würde ich mich, wenn ihr auch euren Freunden von meiner Tour erzählt und sie zu den Facebook-Veranstaltungen einladet.

 


Ich werde ein regelmäßiges Video-Tourtagebuch führen, damit ihr ein paar Einblicke hinter die Kulissen bekommt. Wenn ihr von Anfang an mit dabei sein wollt, abonniert am besten gleich meinen Youtube-Kanal!

Was waren deine eigenen Highlights der letzten zwei Wochen? Schreib es in die Kommentare!

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...und sicher dir fünf ultimative Tipps fürs Zelten im Rucksackzelt, die du garantiert noch nicht kanntest


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Kommentare: 1
  • #1

    Alex (Sonntag, 16 Oktober 2016 12:39)

    Hi Jannis,
    Ist ja einiges los bei dir. Toll, dass du nun auch zum Vloggen anfängst. Ich bin schon gespannt. Ebenso auch auf deinen Film . Liebe Grüße, Alex #blokoso