Zu kalt zum Wandern? - 6 Stimmen zum Winter-Wandern

Bild: Alex von Outdoorfever
Bild: Alex von Outdoorfever

Draußen ist es kalt. Ein eisiger Wind pfeift. Die Straßen sind mit Schneematsch bedeckt und vereinzelt hört man Leute fluchen, die auf dem Glatteis ausgerutscht sind. Die ideale Zeit also, um es sich zu Hause auf dem Sofa bequem zu machen?
Falsch! Warum es sich trotz der Kälte lohnt, raus zu gehen, erfährst du in diesem Artikel.

Ja, auch ich erliege manchmal der Versuchung der Bequemlichkeit. In diesen Momenten ist es ganz wichtig, sich all die tollen Erlebnisse vor Augen zu führen, die man nicht gehabt hätte, wenn man den bequemsten Weg gegangen wäre.

Daher habe ich 6 Blogger gefragt, was sie trotz Kälte zum Wandern motiviert.

Achtung! Nach diesen Antworten wirst du garantiert sofort den Rucksack packen wollen.

Martin von einfach draußen:

Berge Gipfel Schnee

Das schöne am Winter-Wandern ist, dass alles so ruhig ist (zumindest, wenn man nicht dort unterwegs ist, wo alle sind) oder zumindest die Geräusche gedämpft sind. Dann hört man den Schnee knirschen und wenn die Sonne scheint, glitzert es überall. Wenn dann noch ein heißer Tee im Rucksack ist - perfekt!

Chris von Feel4Nature:

Norwegen Schnee Sommer Wandern

Da ich nicht besonders kälteempfindlich bin, brauche ich eigentlich keine besondere Motivation um auch im Winter zu einer Wander-Tour aufzubrechen. Was mich aber beim Winter-Wandern besonders reizt, sind Gegenden in denen es gerade frisch und viel geschneit hat. Ich mag einfach diese angenehme „dumpfe“ Stille die entsteht wenn der frische Schnee alle Geräusche absorbiert.

Was ich generell ganz besonders mag ist das Aufwärmen und ein frisch aufgebrühter Kaffee am Lagerfeuer nach einem anstrengendem Wander-Tag.
Das ist einfach unbezahlbar und immer wieder toll.

Sarah von Verwandert:

Wandern Schnee Pony Schlitten Winter Lasten-Tier

Mit meinem Pony Egon bin ich bei jeder Jahreszeit unterwegs. Dabei bin ich ehrlich gesagt gar kein großer Winter-Fan. Doch der Kleine möchte natürlich auch dann bewegt werden. Außerdem nutze ich die kalten Monate gerne, um gezielt bestimmtes Verhalten zu trainieren. Während ich im Sommer also lange Touren laufe, feile ich im Winter auf kurzen Touren an Gehorsam, Mut und Muskelaufbau. 

Ich liebe es, wenn im Winter die Sonne durch die Wolken bricht und der Schnee glitzert. Dann kann auch ich der kalten Jahreszeit etwas abgewinnen. Egon liebt es außerdem über alles, sich im Schnee zu kugeln. Dann werden die kurzen Beine in die Luft gestreckt und der Rücken geschubbert. Danach sieht er immer aus, wie ein kleines Schnee-Pony.

Jörg von Outdoorsüchtig:

Wandern Winter Gruppe

Bei schönem, klaren Winter-Wetter sind die Sonne und die frische Luft alleine schon Motivation genug. Aber auch bei schlechterem Wetter muss man muss sich einfach aufraffen nach draußen zu gehen. Ich bin fest davon überzeugt, dass das Wandern im Winter abhärtet und Erkältungen vorbeugt.

Beim Winter-Wandertag am Stöffel-Park sind wir in einer großen Gruppe bei herrlichem Winter-Wetter durch den Neuschnee gestapft. Das  war einfach klasse.

Alex von Outdoorfever:

Wandern Schnee Winter Sonne blauer Himmel

Schnee macht die Landschaft zugänglicher - Läuft man mit Rucksack im Herbst auf dem südlichen Kungsleden in Schweden, so muss man sich beispielsweise im Rogen-Nationalpark durch schwieriges Terrain kämpfen. Geröllfelder, Sumpf, weite Umgehungen von Gewässern und am Abend oft langes Suchen nach einem ebenen trockenen Platz fürs Zelt, in dessen Boden auch die Heringe halten sollten.

Ein halbes Jahr später: Sanfte Konturen statt schroffer Fels, weite, weiße Ebenen statt Sumpf und Wasser und statt Zickzack entspanntes Geradeaus.

Jens vom Hiking Blog:

Wandern Schnee Thermoskanne

Zum Wandern im Winter brauche ich eigentlich keine große Motivation. Denn für mich ist das Wandern in der kalten Jahreszeit und idealerweise im Schnee immer etwas ganz besonderes: Die verschneite Natur sieht aus wie eine weiße, glitzernde Märchenlandschaft, die Geräusche sind gedämpft und das Durchatmen in der kalten, klaren Luft macht meinen Kopf so richtig frei. Zudem sehen selbst bekannte Landschaften ganz anders aus und ansonsten stark frequentierte Wanderwege sind im Winter schön leer. Diese einmalige Atmosphäre genieße ich mit jeden Schritt. 

Die schönste Erfahrung ist für mich eigentlich immer, wenn ich die ersten Spuren im unberührten Schnee hinterlasse kann. Denn dann weiß ich, dass vor mir noch keiner den Weg genommen hat und ich der Erste bin. Ich fühle mich dann immer ein klein wenig wie ein Entdecker und genieße dieses besondere Naturerlebnis.

So, jetzt bist du dran!

Zeit, dass du raus kommst.

Fragt sich nur noch: Was mitnehmen?

Eines steht fest: im Winter hat man immer etwas mehr Ausrüstung dabei.

Das fängt schon bei der Kleidung an. Hier empfiehlt Sarah Merinowolle. "Ich habe immer entweder ein T-Shirt oder ein Langarmshirt aus Merinowolle als unterste Schicht an. Die Wolle wärmt genial ohne, dass man dabei ins Schwitzen kommt." Sogar nass sollen die hohlen Fasern ideal die Wärme spenden.

Nichtsdestotrotz, ist Nass werden eine der größten Gefahren, wenn man in der Kälte unterwegs ist. Wenn eiskalter Schneematsch in die Schuhe läuft, fällt es auch dem ausdauerndsten Outdoorfans schwer, bei Laune zu bleiben. Daher empfiehlt Chris, Gamaschen zu tragen, die nicht nur verhindern, dass Schnee oder Wasser in die Schuhe laufen, sondern auch die Hosenbeine trocken halten.

Ein überlebenswichtiger Tipp kommt von Martin: "Was nicht fehlen darf ist meiner Meinung nach eine Stirnlampe, denn man weiß nie was kommt und die Tage sind einfach kürzer."

Von plötzlicher Dunkelheit überrascht, ist es ohne Licht fast unmöglich, weiter zu kommen.

Ebenfalls leben Retten können die Trekkingstöcke mit Schneetellern: "Beim Winterwandern gehören bei mir Trekkingstöcke mit Schneetellern zur Pflichtausrüstung. Die Stöcke helfen mir dabei im Schnee das Gleichgewicht zu halten und sorgen für mehr Vortrieb. Das entlastet meine Beine, spart Kraft und ich kann mich kraftvoller nach vorne schieben. Beim Traversieren in den Bergen durch den Schnee erhöhen Stöcke zudem erheblich die Sicherheit und können ein abrutschen verhindern.", sagt Jens.

Langsam auf den Geschmack des Winterwanderns gekommen? Wie wäre es dann gleich mit einer mehrtägigen Tour? Neben Zelt mit Schneeankern und warmen Schlafsack, darf dabei vor Allem eins nicht Fehlen: Alex nimmt immer eine Schneeschaufel mit, mit der sich der notwendige Kältegraben oder ein Windschutz aus einer Schneemauer problemlos anlegen lässt.
Und zum Schluss noch ein Tipp von Jörg, da Winterwandern auch so richtig Spaß macht: Die Thermoskanne, zum Aufwärmen, Belohnen und Erholen mit heißem Tee, Kakao, Kaffee oder Glühwein.

Warst du auch schon einmal in der klirrenden Kälte unterwegs? Was war dein schönstes Erlebnis beim Winter-Wandern und was darf auf einer solchen Tour auf keinen Fall fehlen?
Schreib es in die Kommentare!

PS: Noch nicht genug vom Winter-Wandern? Hier gibt's mehr:

Schneeschuh-Wanderung in Karwendel - einfach draußen

Winterkleidung - Verwandert

Zeltaufbau im Schnee - Outdoorfever

Die richtige Vorbereitung, Ausrüstung und Bekleidung für Winterwanderungen - Hiking Blog

 

Sehr schön im Winter ist auch das Hohe Venn in Belgien. Hier gibt's Schneegarantie!

Weitere Ausrüstungsgegenstände findest du auf meiner Rucksack-Packliste.


Du kennst jemanden, der seinen Hintern im Winter nicht hoch bekommt? Empfehle den Artikel weiter und Teile ihn mit deinen Freunden!

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Kommentare: 9
  • #1

    Karin (Donnerstag, 15 Januar 2015 16:34)

    Hallo Jens, ich finde das Winterwandern auch absolut klasse. Alles sieht so friedlich aus ;-) Habe gerade gestern einen Beitrag dazu verfasst. Kannst ja mal reingucken http://www.wanderreporter.de/2015/01/14/wintertraum-im-westerwald/
    Viele Grüße, Karin

  • #2

    Flo Eyeliner (Sonntag, 18 Januar 2015 15:55)

    Sehr schöne Fotos!
    Ich gehe selbst nicht gern wandern, aber in so einer Landschaft macht das doch gleich viel mehr Spaß :)

  • #3

    Renate (Sonntag, 18 Januar 2015 19:03)

    Ich finde Regenwetter eher kritisch. Kälte macht mir nichts aus. Der knirschende Schnee und die Ruhe sind wirklich starke Faktoren.

  • #4

    fantasylife (Sonntag, 01 Februar 2015 21:41)

    Ich bin eher der Spaziergehtyp, aber ich gehe auch gerne im Winter raus, mich dabei warm einzupacken stört mich überhaupt nicht. Ich nutze das Wetter, dann auch gerne um zu Fotografieren. Allerdings haben wir hier leider sehr wenig Schnee und da fehlt trotzdem die Stimmung, die Ruhe die man einfach nur bei Schnee im Winter hat.

    Liebe Grüße

    fantasylife

  • #5

    Rosa (Montag, 02 Februar 2015 12:02)

    Schöner Artikel! Ich finde sowieso, dass Schnee und Kälte nicht dazu verleiten sollten drinnen zu bleiben. Gerade dann draußen zu sein hat doch etwas ganz besonderes, man kann alles neu entdecken, weil es anders aussieht und es bieten sich so viele Möglichkeiten, sich fortzubewegen. Ob mit den eigenen Füßen, Skiern, Schneeschuhen, zu Pferd oder auf dem Hundeschlitten! Wer drinnen bleibt verpasst was :)

  • #6

    Lisa (Sonntag, 15 Januar 2017 15:22)

    Hallo,
    gleich so viele gute Gründe für eine Winterwanderung :) Aber ich stimme voll und ganz zu! Dick anziehen und ab raus. Es ist nämlich einfach herrlich!
    Liebe Grüße, Lisa

  • #7

    Mia (Sonntag, 15 Januar 2017 15:34)

    Schöner Beitrag, der sehr motiviert. Ich bin vorallem dann im Winter wandern, wenn ich mit meiner Kamera unterwegs bin. Da kann es dann auch mal der Park sein, indem ich mich stundenland aufhalte, das ist ja fast wie eine Wanderung, die Füße tun danach jedenfalls auch weh ;) Und man entdeckt in der Zeit so viele neue Dinge, die einem vorher gar nicht aufgefallen sind :) LG, Mia

  • #8

    Eva Maria (Sonntag, 15 Januar 2017 15:42)

    Schöner Beitrag, der mich soeben wieder dazu animiert hat, öfter an die frische Luft zu gehen. Habe mir letzte Woche Wanderschuhe gekauft, die auch für's Winterwandern geeignet sind und ein wenig Abhärten gegen Erkältungen ist doch auch super :-D

    Liebe Grüße, Eva
    p://www.thesophisticatedsisters.com

  • #9

    Evy Heart (Montag, 16 Januar 2017 12:19)

    Ich fand den Beitrag über das Pony sehr interessant - dass man unterschiedliche Touren nutzen kann, um das Tier unterschiedlich zu trainieren, war mir gar nicht bewusst!

    Schöne Grüße vom BloKoSo!