Die 10 Verkehrsregeln Nepals, die du kennen solltest

Nepal kaputte Straße Kathmandu

Auf Nepals Straßen ist es schon verdammt chaotisch! Die offiziellen Regeln spielen im Straßen-Verkehr keine große Rolle. Stattdessen gelten hier 10 einfache Prinzipien, die ich auf der Straße beobachtet und für euch euch zusammengeschrieben habe:

Achtung, dieser Beitrag kann Spuren von Sarkasmus und eigener Meinung enthalten. Lesen auf eigene Gefahr!

Verkehrsregel Nr. 1: Das Fahrzeug ist niemals voll. Niemals!

Menschen auf Busdach Nepal

In den Bus geht keiner mehr rein? Macht nichts, auf dem Dach ist noch Platz! Die Nepalesen wissen, wie sie aus jedem Tropfen Sprit das Beste rausholen! Grade jetzt in der Benzin-Krise - verursacht durch die Grenzblockade Indiens - fährt kein Fahrzeug mit auch nur einem Kubikzentimeter freier Luft im Innenraum. Roller werden zum Familienauto und das Fahrrad wird zum LKW umfunktioniert.

Verkehrsregel Nr. 2: Der größere hat Vorfahrt.

LKW Truck Nepal

Im Bus heißt das entspanntes Durchfahren. Im PKW oder gar auf dem Fahrrad darf man sehen, wo man bleibt, wenn sich ein Bus oder ein LKW entscheidet, dass er dort fahren will, wo man selbst grade fährt. Immerhin: An die Regel wird sich konsequent gehalten. So kommt es selten zu Situationen, wo die Straße blockiert ist und diskutiert wird, wer nun fahren darf. Der "Dicke" fährt einfach und der Rest fährt hinterher.

Verkehrsregel Nr. 3: Hunde bitte nicht stören.

Straßenhunde Nepal

Hunde laufen - und vor allem schlafen - wo sie wollen. Mit einer beneidenswerten Gelassenheit legen sie sich hin, wo es grade bequem ist und bleiben konsequent liegen. Auch wenn sich ihr Schlafplatz mitten auf der Hauptverkehrsstraße befindet.

Verkehrsregel Nr. 4: Ein Fahrzeug ist verkehrstüchtig solange die Hupe funktioniert.

Eindeutig die wichtigste aller Regeln! Nicht mehr und nicht weniger braucht es hier. Auch wenn manche Fahrzeuge so aussehen, als würden sie auseinander fallen, wenn man sie schief anguckt, werden sie weitergefahren, bis sie das das tatsächlich tun. Ohne Hupe jedoch ist man hoffnungslos verloren. Sie ersetzt Bremse, Lenkung und Spiegel. Getreu dem Motto "Ich hupe also bin ich" wird hier in die Kurven geheizt, denn wenn man dabei hupt, weiß der Gegenverkehr ja, dass ihm etwas entgegen kommt.

Verkehrsregel Nr. 5: Türen sind Zeitverschwendung.

Das scheinen sich zumindest die meisten Busfahrer zu denken. Tatsächlich ist es gar nicht so unpraktisch, dass in den meisten Bussen die Türen fehlen, denn so muss der Bus zum Ein- und Aussteigen nicht jedes Mal anhalten.

Verkehrsregel Nr. 6: Es herrscht "in-der-Mitte-fahr-Gebot".

Eigentlich herrscht ja Linksfahrgebot, aber irgendwie merkt man davon nicht so wahnsinnig viel. Als ich beim Fahrradfahren aus Gewohnheit rechts gefahren bin, wurde ich nicht mal schief angeguckt. Am sichersten fährt es sich wohl sowieso in der Mitte, denn dann kann der Gegenverkehr sowohl nach links als auch nach rechts ausweichen.

Verkehrsregel Nr. 7: Es ist deine Verantwortung anzuhalten, wenn jemand im Gegenverkehr überholen möchte.

Nepal Straßenverkehr

Da hilft auch kein Jammern und aufs Recht beharren. Bremse oder bete! Am besten beides...

Verkehrsregel Nr. 8: Du kannst fahren, wo du fahren kannst.

Zwischen den Geschäften ist Fußgängerzone, genau wie auf dem großen Platz mit den Tempeln. So wäre es in  Deutschland. Nicht so hier. Wie man durch die dichte, einkaufende Menschenmenge kommt? Siehe Regel Nr.4.

Verkehrsregel Nr. 9: Frischhaltefolie ist ein vollwertiger Fensterersatz.

Hmmm, tausendmal gesehen... aber irgendwie nie fotografiert  :-(
wenn ich das nächste Mal auf dem Highway unterwegs bin versuche ich das nachzuholen.


Es ist schon bei trockenem Wetter unvorstellbar, dass so ein Busfahrer durch mehrere Lagen Wickelfolie noch irgendetwas sieht. Wie mag das erst im Monsunregen funktionieren?

Verkehrsregel Nr. 10: Die Straße ist nicht nur für Autos da.

Ochsen-Karren / Büffel-Karren

Seid ihr schon mal von einem Elefanten oder einem Büffel-Karren überholt worden oder musstet eine Vollbremsung machen, weil vor euch jemand seinen Marktstand mitten auf der Straße aufgebaut hat? Ich jetzt schon. Komisches Gefühl.

Alle anderen Verkehrsregeln sind eher Vorschläge als Regeln.

Ja, es gibt sie tatsächlich! Verkehrsschilder, Straßenpolizisten und Co. Aber: Die sind doch sowieso nur Dekoration, oder?

Verkehrspolizist Nepal Kathmandu

Wart ihr schon mal auf nepalesischen Straßen unterwegs oder kommt euch etwas aus den Regeln aus einem anderen Land bekannt vor? Würdet ihr hier gerne als Autofahrer unterwegs sein?
Schreibt es in die Kommentare!


Melde dich hier für den Newsletter an!



Kommentar schreiben

Kommentare: 8
  • #1

    Thomas (Mittwoch, 09 Dezember 2015 07:16)

    Auweia! Verkehrspolizist in Nepal ist wohl kein Traumberuf?
    Gut, dass man über Blog und Facebook noch keine Gerüche teilen kann.

  • #2

    Regula (Mittwoch, 09 Dezember 2015 08:32)

    Erfrischend diesen Blog zu lesen. Ich habe mich köstlich amüsiert und es ist mir bestens bekannt was du hier beschreibst ;-)

  • #3

    Myriam (Mittwoch, 09 Dezember 2015 08:48)

    Oh ja das kommt mir sehr bekannt vor. Auf Kuba waren Verkehrsregeln auch nur Empfehlungen und die Straße war eher ein Platz es öffentlichen Lebens als tätsächlich für Autos da. Was wir auf Kuba als Mietwagen bekommen haben, würde in Deutschland nicht mal durch den TÜV kommen. ;) Aber am schlimmsten fand ich noch immer die "Autobahnauffahrten", die keine sind, sondern man einfach nach links auf die Autobahn auffährt. Oder sie einfach quert. Zum Glück gibts auf Kuba noch nicht so viele Autos, daher sind die Straßen bestimmt viel leerer als in Nepal. Aber am meisten fasziniert (ja das ist das richtige Wort dafür) mich in welchem Zustand die Leute noch mit ihren PKWs, LKWs und co fahren - ist in Kuba und Nepal sehr ähnlich. In D regen sich viele schon über einen Kratzer auf, am besten muss dann gleich die gesamte Stoßstange gewechselt werden. ;). Und dort: Dort ist ein Auto, was es ist. Ein Gebrauchsgegenstand. Aber mit Frischhaltefolie als Windschutzscheibe würde ich nun wirklich nicht fahren, mach da bitte unbedingt noch ein Foto von.
    LG Myriam

  • #4

    ursel (Mittwoch, 09 Dezember 2015 22:34)

    Tolle Bilder aus Nepal.- Aber irgendwie klappt der Verkehr auch. In Bankok
    ist die Huperei so laut ,daß man sich kaum verstehen kann.Bitte weiter so schöne Bilder.

  • #5

    Jannis (Donnerstag, 10 Dezember 2015 16:01)

    Danke für die netten Kommentare ihr vier :)
    Das mit dem Bild werde ich versuchen Myriam!

    Stimmt Thomas. Die Gerüche in Nepal sind ein wenig... Gewöhnungsbedürftig. Allerdings finde ich es auch ganz spannend, dass hier die Stadt alle paar Meter anders riecht, ob Gewürze, Weihrauch, Straßenmief oder Müll, die Geruchsvielfalt ist viel größer als in Deutschland.

    Liebe Grüße aus Chitwan
    Jannis

  • #6

    Hans-Ueli Flückiger (Freitag, 11 Dezember 2015 11:19)

    Gut geschrieben, aber vieles kann ich nicht nachvollziehen. Türen hat es eigentlich immer am Bus und Micro und diese werden auch geschlossen, nicht aber an dern dreirädrigen Elektro-TukTuk (Foto). In Südamerika habe ich noch schlechtere Autos gesehen. Da in Nepal nur der Fahrer Sicherheitsgurten tragen muss hat es im Taxi auf der Beifahrerseite oft keine. Vor Charikot mussten die Leute vom Dach in den Bus, da es in der Stadt streng verboten ist auf dem Dach zu sitzen. Betr. Klarsichtfolien muss ich mich umsehen, ist mir noch nie aufgefallen. Der Abbruchlastwagen dürfte eher eine Seltenheit sehen, so etwas habe ich nie gesehen. Zudem ist der Verkehr relativ langsam, so dass meist Zeit zum Reagieren ist. Ich finde dass in D und CH das Rechthaberische ausgeprägter ist, im Gegensatz zu Italien. Geniesse es weiter!

  • #7

    Simone (Freitag, 11 Dezember 2015 16:09)

    Hahaha...
    Bei meinem ersten Besuch in Kathmandu haben wir fast 10 min gewartet, um die Straße zu überqueren, um dann festzustellen, dass wir einfach loslaufen müssen!!
    Es hält niemand freiwillig an!!
    Und Cabrio gibt es dort auch, mit unten offen!! Neben der Fußmatte direkt auf die Straße schauen!!
    LG

  • #8

    Hella Binder (Samstag, 12 Dezember 2015 11:27)

    Nette Erinnerungen!
    Ich war ja schon einiges aus Indonesien gewohnt aber Nepal war heftiger. In Kathmandu bin ich auch nicht selber gefahren. Als Fußgänger musste man immer sprungbereit sein!
    Rundum Pokhara war es nicht so schlimm und dort habe ich auch wieder meine heiss geliebten Rollertouren gemacht - war strassenmässig teilweise eine Herausforderung.