4 Dinge, die du in Nepal machen solltest

Annapurna Basecamp 2015 2016 4130 Meter Höhe Trekking Nepal

Meine Zeit in Nepal ist vorbei. Ich kann es noch gar nicht richtig begreifen und habe heute bestimmt schon 10 Leute mit „Namaste“ gegrüßt. Heute bin ich in Taghazout - Marokko angekommen, einem kleinen ruhigen Surferdörfchen. In Gedanken bin ich noch in Nepal, was auch gut so ist, denn ich bin hier, um meine Erlebnisse in Nepal als Buch niederzuschreiben.

Grade lasse ich meine Zeit dort Revue passieren und habe für euch schon mal meine Highlights aus Nepal zusammengeschrieben:

1. Zu Fuß von Kathmandu nach Bhaktapur gehen

Kathmandu Basar Einkaufen Straße

Längere Aufenthalte in der Stadt kann ich wegen der Luftverschmutzung nicht empfehlen.

Ich bin Nichtraucher und daher vielleicht ein wenig empfindlich für Smog und Staub in der Luft, aber die Straße in Kathmandu entlang laufen hat sich für mich nach ein paar Stunden angefühlt wie an der Luft zu ertrinken.

Vor einer längeren Tour  also unbedingt einen Mundschutz besorgen! Die gibt es fast überall zu kaufen und kosten nicht mehr als 50 Cent.

Schon der Stadtrand von Kathmandu ist total faszinierend! Dort, wo die Touristenshops aufhören, bekommt man ein ganz gutes Bild vom Leben hier in Nepal.

Kathmandu Stadtrand Slum Wellblech-Hütten
Reisfelder Kathmandu Nepal

Auf dem weiteren Weg geht's zwischen Reisfeldern und Bauerndörfern hindurch. Touristen verirren sich hier kaum noch hin, weshalb wirklich jeder anhält und sich nach einem umdreht. Wenn man europäisch aussieht, wird man immer von einem freundlichen „Namaste“ begleitet. Die Kinder hier sprechen erstaunlich gutes Englisch und sind super froh, wenn sie das mal benutzen können, weshalb man sehr schnell ins Gespräch mit den Einheimischen kommt und sich vor Teeeinladungen kaum retten kann.

Changu Narayan 2015 2016 nach dem Erdbeben

Sehr empfehlen auf dem Weg kann ich den kleinen Abstecher nach Changu Narayan, einem Vishnu-Tempel oben auf einem Pinien bewachsenen Hügel.

 

 

Am Tempel selbst hat das Erdbeben leider ziemliche Spuren hinterlassen, aber grade weil es überall heißt "der Tempel sei komplett zerstört" (was so nicht stimmt, er ist immer noch sehr   beeindruckend), seid ihr garantiert die einzigen Touristen dort.

Nepal Bhaktapur Erdbeben-Schäden

Bhaktapur selbst würde ich eher in die Kategorie „traurig“ packen, als „schön“. Ich habe in Nepal keinen Ort gesehen, an dem das Erdbeben so eine große Zerstörung hinterlassen hat. Jedes zweite Haus ist eingestürzt, der Rest ist mit Holzbalken abgestützt und wird früher oder später auch einstürzen, denn einen Abriss und Neubau kann sich keiner leisten. Viele Menschen leben in Zelten oder Wellblechprovisorien.

In meinen Augen sollte ein Tourist auch dies unbedingt mal gesehen haben!

2. Trekking um Pokhara

Pokhara Lakeside Buddha-tree

Pokhara ist kein wirklicher Geheimtipp und schon lange bekannt bei Touristen.

 

Die Lakeside erinnert etwas an den Ballermann, was den Vorteil hat, dass man sich hier auch mal in ein paar Restaurants nach westlichem Standard mit internationalen Gerichten erholen kann. Nach der ersten Woche 2-3 mal täglich Dal Bhad, wird es dann für den verwöhnten Europäer doch etwas eintönig.

 

Unbedingt solltet ihr euch in Pokhara einen Guide und einen Träger suchen und eine Mehrtages-Wanderung machen! Die Landschaft in der Annapurnaregion ist wohl einer der Hauptgründe, warum Leute nach Nepal kommen und eines meiner absoluten Nepal-Highlights!

Fish-Tail Mountain Pokhara

Gut gefallen hat mir zwar auch die Annapurna Basecamp Trekkingtour, jedoch war ich zur Off-Season, mitten im Winter dort. Die Anzahl an Guesthouses entlang des Trekks lassen erahnen, wie überlaufen er zur Hochsaison sein muss.

Ökodörfer unbekannter Annapurna Trekk

Ganz anders bei meiner ersten Wandertour. Hier habe ich in kleinen Ökolodges geschlafen und trotz Hochsaison selten mehr als ein anderes Wandergrüppchen am Tag getroffen.

Und selbst die meisten Einwohner Pokharas haben noch nie vom Mohare Hill, dem Höhepunkt der Trekkingrunde gehört.

Auf der Seite von erlebe-nepal gibt es eine ausführliche Beschreibung der Wanderung.

3. Den Chitwan Nationalpark erkunden

Chitwan Dschungel Nepal Panorama

Seit Jahren träume ich davon, den Regenwald mit eigenen Augen zu sehen. Mein Zimmer zu Hause in Leverkusen habe ich gestaltet wie einen Dschungel. Eine Dschungelerkundung in Chitwan war für mich also absolutes Muss!

Das ist  per Jeep, auf einem Elefanten, mit Einbaum (Boot) oder zu Fuß möglich. Ich kann alle Touren empfehlen. Es sind total unterschiedliche Arten, den Dschungel zu erleben.

4. Mit den Einheimischen leben

Kochen mit Tharu in Chitwan

 

Der mit Abstand größte Tipp, den ich dir geben kann! Am Anfang war es für mich etwas schwer, mit Nepal warm zu werden, da mich die kulturellen Unterschiede doch ein wenig verunsichert haben.

Es war für mich super schwierig herauszufinden, was die Nepalesen mit dem was sie sagen meinen. 

Essen zubereiten mit Nepalesen Chitwan

 

Besonders schwierig war, dass zwar alle super freundlich zu mir waren, ich aber nach meiner Zeit in Kathmandu immer gedacht habe, dass es ohnehin nur um Geld geht, sobald mich jemand angesprochen hat.

Seit meiner Zeit als Volontär, bei der ich mich mit Gas angefreundet habe, sehe ich Nepal mit anderen Augen.

Ich habe bei seiner Familie unter sehr bescheidenen Bedingungen im Armenviertel von Pokhara gelebt und dabei vom ersten Moment an so viel Herzlichkeit und Offenheit erfahren, dass sich der Ort inzwischen wie ein zweites Zuhause anfühlt.

Jannis Riebschläger Voluntär Nepal

Ich glaube es ist unmöglich, die nepalesische Kultur wirklich zu verstehen, ohne bei einer normalen nepalesischen Familie gelebt zu haben, ganz einfach, weil die Nepalesen von einem europäisch aussehenden Touristen immer ein gewisses Bild im Kopf haben. Dieses Bild berücksichtigen sie bei jedem Kontakt auf der Straße. Sie passen sich an deine Kultur an, statt du dich an ihre. In meiner Gastfamilie habe ich mich wirklich wie ein Nepalese gefühlt und den echten, alltäglichen Umgang miteinander kennengelernt.

 

 

Ich kann dir nur empfehlen diese Erfahrung selbst einmal zu machen.

 

 

 

Apropos Erfahrungen machen: Morgen geht noch ein Newsletter raus, mit Details über den letzten Teil meiner Reise, über die ich auf Facebook nicht schreiben konnte, um niemanden in Schwierigkeiten zu bringen. Melde dich hier also gerne noch schnell für meinen Newsletter an. Du kannst dich jederzeit wieder austragen.

 

Liebe Grüße aus Marokko!


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Kommentare: 5
  • #1

    Finn (Donnerstag, 21 Januar 2016 21:12)

    Hi,
    ich lese deine Blogposts sehr sehr gerne, aber obwohl ich auch gerne reise... wollte ich mal fragen, ob du nicht mal ein Artikel über Mut verfassen willst. Ich folge dir wirklich fast seit den ersten 25 Facebooklikes und bewundere dich einfach nur. In meinen Augen wirst du der nächste Michael Martin... Allein mit der Kinotour. Filmst du auch mit was anderem als ner GoPro(falls ich das wo übersehen hab sry)
    Aber ich bringe nie den Mut auf so rauszugehen und meinen Komfort schlagartig so zu verringern bzw. überhaupt zu starten.
    Daher liebe ich deinen Blog, der nach Abenteuer und Abhärtung schreit ;)
    Noch irgendwas vergessen?
    Viel Glück bei allen!!!

    P.S. Cooler Artikel

  • #2

    Jannis (Donnerstag, 21 Januar 2016 23:41)

    Hey Finn,
    danke dir für den netten Kommentar!
    Gute Idee! Merke ich mir auf jeden Fall mal als Thema :)
    Hast du eine spezielle Frage zum Thema Mut? Dann versuche ich die in den Artikel einzubeziehen.

    Ich filme hauptsächlich mit der GoPro. Wenn ich die nicht zur Hand habe, benutze ich auch mal das iPhone.

    Viele Grüße aus Taghazout
    Jannis

  • #3

    Finn (Freitag, 22 Januar 2016 17:43)

    Danke für die Antwort.

    Vielleicht das Thema losgehen oder Familie und sich selbst überzeugen, also das Starten und die Sorgen zurückdrängen? Falls es Sorgen gibt (Unfälle, Gefahren, Jobzukunft (bei mir so... vor allem Losgehen und Zukunft)? Weil Wandern und die Fähigkeiten sind kein Problem...
    Und vielleicht das sich darauf einlassen mit Fremden und die Gefahren von anderen oder der Wildnis, da gibt es sicherlich einige die sagen man sei verrückt. ;) Verrückt ist ja eigentlich gut, dann ist man nicht normal.

    Oder halt z.B. manche würden sagen Marokko sei gefährlich

    Genieß die Wärme. :)

  • #4

    Finn (Freitag, 22 Januar 2016 18:09)

    Kurze Anmerkung: Der Mut fürs aufbrechen usw. gilt da vor allem so für uns 18-21 Jährige, vor allem wenn man sowas schon mal machen wollte oder so. ;)

  • #5

    Jannis (Mittwoch, 03 Februar 2016 10:51)

    Hey Finn,
    ich habe grade einen Artikel zu deiner Frage veröffentlicht. Ich hoffe, er hilft dir :)
    http://www.jannislife.de/2016/02/03/was-ist-mut-wie-du-deine-komfortzone-verlässt/