Italiens Straßen - Ein Abenteuer für sich

Gardasee Straße Italien

Was unterscheidet den Straßenverkehr in Italien von dem in Deutschland? Welche Gesetze gibt es? Was muss man sonst beachten?
Hier erfährst du alles, was du wissen musst.

*Gastartikel von Simon Wolpert*

Heute gebe ich euch einen kurzen Einblick in die Verkehrssituation von Italien, dem sonnenverwöhnten „Stiefelstaat“ im Süden Europas. Natürlich sind die Einschätzungen und Beurteilungen von Verkehrssituationen von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich – während für den einen der Verkehr mit den unterschiedlichen Verkehrsregeln eher als stressig und hektisch empfunden wird, stufen andere dies eher als harmlos ein und kommen damit gut zurecht. Doch es muss ja einen Grund  dafür geben, warum so viele Menschen mit dem Straßenverkehr in Italien in erster Linie Chaos und ständiges Hupen in Verbindung bringen. Im Folgenden berichte ich euch, was Italienreisende alles beachten müssen, wenn sie mit dem Auto unterwegs sind und werde euch auch die ein oder andere Kuriosität vorstellen, über die im deutschen Straßenverkehr sicherlich nur mit dem Kopf geschüttelt wird. Wer solche kuriosen Verkehrssituationen nicht nur in Hinblick auf Italien erfahren möchte, sollte sich einmal die folgende Grafik zu den „Kuriosesten Verkehrserfahrungen weltweit“ näher anschauen, die in Zusammenarbeit mit mehreren Reisebloggern, unter anderem auch mit Jannis entstanden ist.

Meine persönlichen Erfahrungen in Bella Italia

Ich bin mit dem Auto schon viel und ausgiebig durch Italien gereist und musste dabei immer wieder feststellen, dass je südlicher ich gereist bin, umso verwirrender und chaotischer wurde auch der Fahrstil der Einheimischen. Während der Verkehr im Norden Italiens noch relativ normal verlief und mit den deutschen Verhältnissen durchaus zu vergleichen ist, kam es im Süden Italiens zu einigen brenzligen Situationen. Beispielsweise werden die Straßen rund um Neapel herum immer enger und kaum eine dieser schmalen Gassen bleibt von Schlaglöchern verschont. Als Tourist hat man beim Fahren gar den Eindruck, dass die aufgestellten Verkehrsschilder lediglich zur Zierde aufgestellt wurden und sich hier niemand wirklich an die Verkehrsregeln hält. Hier gilt das ungeschriebene Gesetz: Wer zuerst hupt, darf auch zuerst losfahren. Ebenso sollte man es tunlichst unterlassen, die Handbremse anzuziehen, denn viele Italiener haben kein Problem damit, stehende Autos einfach beiseite „zu schieben“, um in eine freie Parklücke zu fahren. Da die süditalienischen Regionen mitunter nur sehr lückenhaft besiedelt sind und man kilometerweit mit seinem Auto fahren kann, ohne einem anderen Fahrzeug zu begegnen, empfehle ich auch unbedingt außerhalb von geschlossenen Ortschaften das Licht anzulassen – auch tagsüber. So besteht die Chance, rechtzeitig gesehen zu werden.

Verkehrsregeln - Was gilt es in Italien zu beachten?

Wer einen Italienurlaub mit dem Auto plant, sollte sich vorab über die geltenden Verkehrsregeln in Italien informieren und diese dann auch beim Reisen berücksichtigen – andernfalls drohen teils hohe Bußgelder. Ein wichtiger Faktor: In Italien gelten strengere Tempolimits als in Deutschland, außerorts sind maximal 80 km/h erlaubt und auf den italienischen Autobahnen liegt die Höchstgeschwindigkeit bei maximal 130 km/h. Bei Regen und schlechten Wetter darf hier maximal sogar nur 110 km/h gefahren werden. Weitere wichtige Verkehrsregeln in Italien sind:


-Außerhalb von geschlossenen Ortschaften immer Abblendlicht einschalten

-Vorfahrt für Linienbussen auf engen Pass- und Bergstraßen

-Bergauffahrende Fahrzeuge haben Vorfahrt/Vorrang

-Bei Fahranfängern gilt die Null-Promille-Grenze  

-Privatfahrzeuge sind nicht Abschleppberechtigt 

-Fluoreszierende Warnwestenpflicht

-Parkverbot an schwarz-gelb markierten Bordsteinen

-Handyverbot am Steuer


Wer diese Verkehrsregeln beachtet und generell umsichtig fährt, kann selbst in den mitunter hektischen Großstädten wie Rom oder Florenz relativ problemlos am Straßenverkehr teilnehmen und die Schönheiten des Landes während einer entspannten Autofahrt voll und ganz auf sich einwirken lassen.

Warst du selbst schon auf Italiens Straßen unterwegs? Wie waren deine Erfahrungen? Schreib es in die Kommentare!


Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Franziska Schönbach (Montag, 13 Juli 2015 09:57)

    Hi,

    wir waren am Gardasee, da geht es ja noch vom Chaos her. Sehr auffällig find ich auch die unfassbar vielen Kreiverkehrer und Zebrastreifen. Da kommt man ja wirklich kaum einen Kilometer weit, bis man wieder durch den nächsten Kreisverkehr muss oder an einem Zebrastreifen ankommt. Da war schon auch gewöhnungsbedürftig.

    Lg Franzi