Was ist ein Abenteuer?

Die Frage habe ich meinen Mit-Bloggern und Bloggerinnen gestellt und viele, sehr spannende Antworten Erhalten. Ich konnte einiges aus den Antworten lernen!

Hier die Blogger, die teilgenommen haben:

Ulrike

Thomas

Sandra

Gigi

Svenja

Marci

Barbara

Jeannette

Heike


Und noch einen Thomas haben wir unter den Teilnehmern. Er hat seinen Beitrag direkt als Kommentar verfasst:

Hallo Jannis, nachdem Deine Frage „Was ist ein Abenteuer“ nun seit fast 1 Monat in dicken grünen Lettern auf JANNISLIFE steht, geht sie mir nicht mehr aus dem Kopf.
Ja, ich bin ein ausgesprochener Kopfmensch und das macht das Sortieren von Gedanken zu einem recht langwierigen Prozess.
Merkwürdig dass ich, obwohl „Kopfmensch“, noch niemals früher über dieses Frage nachgedacht habe, wo ich mich doch schon mein halbes Leben lang (und das sind nicht wenige Jahre) nach Abenteuern sehne und meine, auch schon einige erlebt zu haben.
Inzwischen habe ich eine Alpentour und eine Chill-Woche am Gardasee hinter mir und glaube der Sache auf der rationalen, logischen Schiene etwas näher gekommen zu sein:
Aaalso:
1) Abenteuer haben definitiv etwas mit Lebensgefühl zu tun, wobei die Skala der Lebensgefühle groß ist und für mich irgendwo ganz unten bei bohrender sinnloser Monotonie beginnt und am oberen Ende im lebensgefährlichen bodenlosen Leichtsinn endet.
Und:
2) Abenteuer ist etwas Aktives und etwas Positives. (Positiv im Idealfall schon während des Erlebens oder spätestens hinterher im Verarbeiten des Erlebten)
Die Attribute „aktiv“ und „positiv“ rücken das Abenteuer also ganz klar in Richtung oberes Ende der Lebensgefühl-Skala. (mal mehr und mal weniger nahe am Leichtsinn).
Und:
3) Abenteuer erfordert „wache Sinne“eine gute Selbsteinschätzung! Sei ehrlich zu Dir selber, realisiere Deine Möglichkeiten und Deine Defizite und erkenne Deine Grenzen.
Denn sonst rutscht du schnell mal über die Grenze des Leichtsinns und Dein aktuelles Abenteuer ist das letzte… ENDGÜLTIG!!
Oder es wird im einfachsten Falle gar kein Abenteuer, sondern einfach nur langweilig, weil Du mangels Wissen um Deine Möglichkeiten oder wegen Blockaden in der Wahrnehmung vor Ort einfach am Abenteuer vorbeireist ohne es zu bemerken. (Beide Fälle sind dann ja nicht mehr wirklich positiv)
4) Abenteuer erfordert also auch ein gewisses Maß an Planung, auch wenn ich an diesem Punkt jetzt wahrscheinlich den meisten Wiederspruch von anderen Abenteurern ernten werde.
Denn oft genug bildet sich der Abenteurer ein, einfach „drauflos“ zu leben reicht, dann präsentiert einem die große bunte Welt schon die Abenteuer…. Das ist mir zu passiv, denn so lebt auch der Obdachlose unter der Autobahnbrücke, und der erlebt nicht unbedingt die Sorte Abenteuer, die man dann in den Reiseblogs wiederfindet.
Also nochmal (weil ich ja „Kopfmensch“ bin): Planung- ja!!.... , aber bitte nicht das Abenteuer kaputtplanen. Ich muss wissen welche Visa, Impfungen und Ausrüstungsgegenstände ich brauche, ich muss mindestens die absoluten „no-go’s“ der Kulturen kennen in die ich mich begebe (Beispiel: Spaziergang im Bikini auf der Hauptstraße von Bagdad) und ich sollte einfach wissen, wo ungefähr ich das finde was ich suche (sonst werde ich als Dschungel-Freak im australische Outback womöglich nicht glücklich). Das wäre für mich der Sinn von „aktiv“.
Ich sollte mich als Abenteurer aber nicht 100%ig absichern wollen und jedes Detail im Voraus wissen wollen, denn sonst kommt am Ende nur Langeweile dabei heraus (oder ein neuer Meckermann-Reisekatalog, hihi).
Oder noch schlimmer: Mein Leben vergeht, ohne dass ich jemals losgegangen bin…

CONCLUSIONS:
Abenteuer bietet mir die Möglichkeit zum Erwerb nachhaltig-positiver Lebensgefühle durch den Einsatz wacher Sinne, ungefilterter Wahrnehmungsfähigkeit und guter Selbsteinschätzung. Bei einem Abenteuer habe ich jederzeit den aktiven Part. Ich muß jederzeit bereit sein auf andere Menschen zuzugehen, auf meine Wahrnehmungen angemessen zu reagieren, die richtigen Schlüsse zu ziehen und aus eigener Initiative meinen Weg zu gestalten. Und falls mal etwas schiefgegangen ist, ehrlich zu reflektieren woran es gelegen hat.
So formt mein eigenes Handeln meinen Lebensweg und gleichzeitig meine Persönlichkeit, denn das Abenteuer lässt mir niemals Raum für die Bequemlichkeit, meine Verantwortung für mich selbst an andere Menschen zu delegieren.

(das klingt jetzt arg nach Beamtendeutsch, aber ältere Herren wie ich formulieren halt manchmal etwas steifer
;-)



Vielen Dank, für alle eure spannenden Beiträge zu meiner Frage: Was ist ein Abenteuer?

Was heißt "Abenteuer" für dich? Schreib es in die Kommentare!

 


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Kommentare: 1
  • #1

    Björklunda (Samstag, 11 Oktober 2014 22:01)

    Hallo Jannis,
    es hat mir sehr viel Spaß gemacht, an deiner Blogparade teilzunehmen. So konnte ich mir mal ein paar Gedanken machen, wie ich diesen Begriff definiere. Es war ebenfalls sehr interessant, die Meinungen hierzu der anderen Teilnehmer zu lesen. So erhält man doch auch wieder eine neue Sichtweise...
    Grüße Heike
    PS: Hast du nicht Lust an meinem Fotoprojekt mitzumachen? http://www.bjoerklunda.de/index.cfm/de/blog/blog-detail/170/fjdi---2---die-farben-des-herbstes/